ullstein duo presse aktuell
Tauber-Zeitung: Spritzig und unterhaltsam: Fülle klanglicher und expressiver Möglichkeiten.
Einen abwechslungsreichen, spritzigen und unterhaltsamen Auftritt zu Beginn der neuen Saison bot das jüngste Museumskonzert im nahezu voll besetzten Kapitelsaal, bei dem sich zwei erfahrene und viel beschäftigte Kammermusikerinnen, die Flötistin Heike Wetzel und die Pianistin Susanne Bunya mit Duos von Bach, Debussy, Martinu und anderen präsentierten. Der spezielle Reiz dieser Kombination besteht ja in der Fülle klanglicher und expressiver Möglichkeiten, die sich gerade aus dem Kontrast zwischen dem naiv-sinnlichen Naturklang der Flöte und dem mehr intellektuell bestimmten Spektrum der Klavierbegleitung ergeben: was die Flöte an Melodien und Koloraturen zu bieten hat, wird vom Pianisten...einerseits bedeutsam grundiert, andererseits im Ausdruck erst recht in den Mittelpunkt gerückt...J.S. Bach, Sonate h-moll: Susanne Bunya's sichere Begleitung schlug von Anfang an voll durch...Heike Wetzel konnte wirklich ihre Klasse zur Geltung bringen... Bizet: Carmen-Fantasie: Heike Wetzel, hier ihre ungewöhnlichen virtuosen Fähigkeiten höchst eindrucksvoll demonstrierend, und Susanne Bunya versahen dieses Paradestück mit Farbe, Feuer und südlichem Temperament und wurden vom Publikum im Kapitelsaal zu recht begeistert gefeiert. Zuvor hatte Susanne Bunya mit drei sicher und sauber gespielten Nocturnes von Chopin...ihr hohes technisches Niveau gezeigt. Den eigentlichen Höhepunkt ihres Konzerts hatten sich die beiden Musikerinnen jedoch für den zweiten Teil aufgespart: zunächst eine Duo-Bearbeitung von Claude Debussys Orchester-Vorspiel „L'apres midi d'un faune", wobei natürlich die Umsetzung des impressionistischen Farbenreichtums der Orchesterfassung auf die Mittel von Flöte und Klavier eine besondere Herausforderung darstellt. Das Kunststück besteht darin, auf reduzierter Basis gleichwohl die vielfältig schillernde Atmosphäre der Vorlage zu suggerieren und das Ganze zum Leuchten zu bringen. Hier verstand es die Solistin, durch vollen, runden, in allen Lagen präsenten und beseelten Ton die sinnliche Magie dieser Musik geradezu körperlich zu vermitteln. In glänzender Spiellaune, quirlig und überaus homogen präsentierte das Duo Wetzel-Bunya auch die erste Sonate von Bohuslav Martinu...Für den langen und herzlichen Schlußbeifall bedankten sich Heike Wetzel und Susanne Bunya noch mit einem kleinen Allegretto von Benjamin Godard.